Im Winter machen ein paar Höhenmeter den Unterschied zwischen „pitschnassem, eiskaltem und matschigem Winterwetter“ zu „traumhafter, verschneiter Winterlandhaft“. Aus diesem Grund beneidet man im Winter die „Oberländer“ auch ein bißchen, wenn hier ein Bilderbuch-Winter-Wetter zum Langlaufen und Skilaufen einlädt.
Im späten Winter aber kippt die Stimmung, eben dann, wenn sich die Menschen nach einem langen Winter nach Frühling, nach warmen Temperaturen (und nach kurzen Hosen) sehnen.
Wer morgens – so wie ich – von Fischbachau (771 m) hinunter „ins Tal“ nach Bad Feilnbach (512 m) fährt, erlebt den Wechsel der Jahreszeiten manchmal gefühlt in Minuten. Denn wenn der oberbayerische Winter zu Ende geht, ist Bad Feilnbach ein zuverlässiger Frühlingsbote. Während nur wenige Meter höher der Schnee noch hartnäckig am Berg liegt, blühen ein Stück weiter unten im April bereits die Wiesen. Geschützt durch das Wendelsteinmassiv ist das Klima in Bad Feilnbach seit jeher begünstigt, übrigens das einzige Obstanbaugebiet in Deutschland mit rein ökologischem Obstanbau. Im Gemeindegebiet wachsen ca. 30.000 Obstbäume zu einem großen Teil auf Streuobstwiesen mit ca. 200 verschiedenen Apfel- und Birnensorten. Traditionell wird der von allen herbeigesehnte Zeitpunkt der Obstblüte mit einer kleinen Wanderung mit anschliessendem Blütenfest gefeiert. Wunschtermin: 22. April, und wenn es noch eine Woche länger braucht bis zum Frühling, dann eben am 29. April. Versprochen.
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